E-Mail 02173 / 8560424 01578 / 603 22 77 Anfahrt Kanzlei

Ausbildungsunterhalt nach Wechsel der Ausbildung

Der Anspruch auf Ausbildungsunterhalt eines erwachsenen Kindes kann auch nach einem Wechsel der Ausbildung fortbestehen.

Eltern mssen grundstzlich nicht fr eine Zweitausbildung ihrer Kinder aufkommen, sofern die Kinder bereits eine Ausbildung abgeschlossen haben, die deren Neigung und Begabung entspricht. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Koblenz besteht ein solcher Anspruch aber dann, wenn die Erstausbildung auf einer deutlichen Fehleinschtzung der Begabung des Kindes beruhte oder die Eltern bei der Berufswahl Zwang auf ihre Kinder ausgebt hatten (Aktenzeichen: 13 WF 650/00; 664/00).

Bei einem Ausbildungswechsel kann der Unterhaltsanspruch eines erwachsenen Kindes auch in anderen Fllen durchaus weiterbestehen, urteilte der Bundesgerichtshof. Ein Wechsel der Ausbildung soll dann unbedenklich sein, wenn dieser auf sachlichen Grnden beruht und dem Unterhaltspflichtigen bei Bercksichtigung der Gesamtumstnde zumutbar ist. Dabei knne ein sachlicher Zusammenhang zwischen der abgebrochenen und der angestrebten Ausbildung fr die Annahme eines hinreichenden Grundes sprechen. Einem jungen Menschen ist grundstzlich zuzubilligen, dass er sich ber seine Fhigkeiten irrt oder falsche Vorstellungen von dem ergriffenen Beruf hat, so der XII. Zivilsenat. Ein Ausbildungswechsel wird dabei aber umso eher zu akzeptieren sein, desto frher dieser stattfindet. Zudem drfe das berufliche Vorankommen nicht bewusst verzgert werden. Ebenfalls sei erforderlich, dass das Kind versucht, sich ber seine genderten Ausbildungsplne mit dem Unterhaltspflichtigen zu verstndigen (Aktenzeichen: XII ZR 81/99).

In dem zu entscheidenden Fall weigerten sich die Eltern, nach einem Ausbildungswechsel ihrer Tochter weiterhin fr deren Ausbildung aufzukommen. Die Klgerin begann 1992 eine Ausbildung zur Heilpraktikerin, brach diese Ende Mai 1994 jedoch ab. In der Folgezeit bewarb sie sich bei der Zentralstelle fr die Vergabe von Studienpltzen um einen Studienplatz fr das Medizinstudium, den sie nach Bestehen des Eignungstests zum Sommersemester 1995 erhielt. In den Vorinstanzen hatte die Klgerin keinen Erfolg. Der Bundesgerichtshof als Revisionsgericht hob das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg auf und verwies die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurck.

 
[mmk]
 

Kanzlei Dudwiesus

Mobil: 01578 / 603 22 77

www.kanzlei-dudwiesus.de
info@kanzlei-dudwiesus.de

Hauptsitz Langenfeld

Bahnhofstraße 23
40764 Langenfeld (Rheinland)
Tel: 02173 / 8560424
Fax: 02173 / 8560426

Zweitsitz (Solingen)

Fürker Straße 47
42697 Solingen
Tel: 0212 / 520 879 57

Zweitsitz (Düsseldorf)

Elisabethstraße 44-46
40217 Düsseldorf
Tel: 0211-781751 22
Fax: 0211-781751 21

lnfd-dudw 2021-07-25 wid-29 drtm-bns 2021-07-25